1. März 2026
Das lateinische Reminiscere gibt dem zweiten Passionssonntag seinen Namen und formuliert einen Anspruch, der an der harten Lebenswirklichkeit nur allzu oft zu zerschellen droht. In diesem Jahr blicken wir am 1. März nach Syrien – in ein Land, das derzeit ein schmerzhaftes Paradoxon durchlebt. Ein Jahr nach dem Ende einer jahrzehntelangen Diktatur ist das Machtvakuum einer fast lähmenden Ungewissheit gewichen. Besonders für die dortigen christlichen Minderheiten bedeutet dies eine existenzielle Zerreißprobe zwischen der berechtigten Hoffnung auf einen gesellschaftlichen Neuanfang und der greifbaren Furcht in einem noch völlig fragilen Staatswesen.
Es wäre zu einfach, sich angesichts dessen in spirituellen Plattitüden einzurichten. Der Leitgedanke für diesen Sonntag spricht von einem „Frieden mit Gott“ (Römer 5,1). Doch wie übersetzt man ein solches theologisches Konzept in die Realität von Menschen, die 13 Jahre Bürgerkrieg, immense Zerstörung und den ständigen Kampf ums Überleben in den Knochen haben? Diese Diskrepanz erfordert von uns einen schonungslosen, analytischen Blick. Wir müssen die Ambivalenz aushalten, dass der Fall eines Regimes nicht automatisch Frieden bedeutet. Wahre Solidarität verlangt mehr als nur punktuelles Mitgefühl; sie fragt nach dem psychologischen Fundament des Bleibens. Woher nehmen diese Menschen die Resilienz, in den Ruinen ihrer Vergangenheit den Willen für eine gemeinsame Zukunft zu finden?
Reminiszere 2026 lädt uns dazu ein, genau diese Brücke zwischen theologischer Tiefe und rauer geopolitischer Realität zu schlagen. Es ist ein Aufruf zur informierten, zugewandten Begleitung einer Zivilgesellschaft im fundamentalen Umbruch.
Wer diesen Diskurs aufnehmen und sich intensiver mit den konkreten Hintergründen, den Stimmen direkt aus Syrien und den entsprechenden Fürbitten auseinandersetzen möchte, findet hier tiefgründige theologische und gesellschaftspolitische Impulse:
Hier klicken für die Materialien und Hintergründe der EKD: Reminiszere 2026
(erarbeitet mit dem Material der EKD)

